Was die Zahnheilkunde heute schon wirklich leisten kann

In der Vergangenheit ging es in der Zahnheilkunde nur darum, Zähne und Zahnfleisch frei von Karies oder Bakterien zu halten. Diese Zeit liegt aber nun schon lange zurück und der tatsächliche Wert der Zahnmedizin geht heute weiter darüber hinaus.

Die Rolle der Zahnmedizin liegt heute darin, es uns zu ermöglichen, uns wohl in unserem Körper zu fühlen und das auszustrahlen, das Leben zu genießen und aus voller Kehle zu lachen, Zeit für das Schöne mit den Liebsten aufzuwenden und dabei die pure Lebensfreude auszudrücken. Es geht darum, selbstbewusst aufzutreten und unsere Ziele zu erreichen.

Das ist es, was ein guter Arzt heutzutage leisten sollte: Er sollte dafür sorgen, dass dessen Patienten gesund bleiben. Sie sollten sich nicht um Risiken und Schmerzen sorgen müssen, sondern sich mit den Dingen beschäftigen können, die ihnen am Herzen liegen.

Ist dieser Ansatz wirklich neu?

Ja, das ist er in der Tat. In der Medizin sprechen wir hier von einem proaktiven präventiven Ansatz. Aus dem Mund des Arztes lautet das: „Ich bin nicht nur in Notfällen für Sie da, sondern kümmere mich schon im Vorfeld um Ihre Gesundheit. Auf diese Weise müssen Sie weniger wertvolle Lebenszeit bei Ihrem Zahnarzt verbringen oder Schmerzen erleiden. Ich sorge dafür, dass sich der Alterungsprozess verzögert, damit Sie sich länger wohl fühlen und das auch ausstrahlen. Dies ist meine Aufgabe.“

Nimmt man internationale Studien als Grundlage, verdichtet sich das Bild. Unsere Lebenszeit wird immer länger, wir leisten auf intellektueller Ebene so viel wie nie zuvor und sind sozial aktiv und gut vernetzt. Unser Körper hingegen altert schneller als unser Geist. Daher sollte ein hervorragender Arzt seinen Fokus in eine andere Richtung verlagern. Nicht die Fertigkeiten, die er sich in der Ausbildung angeeignet hat oder die neueste Technologie, die dazu dienen, den Patienten bestmöglich zu ‚reparieren‘ sollten im Vordergrund stehen. Seine Aufgabe sollte darin bestehen, die Wahrscheinlichkeit des Auftretens bestimmter Krankheiten schon vor ihrer Entstehung zu antizipieren, den Stresspegel zu minimieren und den Alterungsprozess des Körpers zu verlangsamen.

Für die Zahnheilkunde bedeutet dies, die Patienten dahin zu führen, dass sie möglichst wenig Zeit Ihres Lebens beim Zahnarzt verbringen müssen. Im Klartext heisst das:

Weniger Kronen, weniger Füllungen und weniger Implantate.

Bei all den Fortschritten, die wir in der Medizin auf diesen Bereichen gemacht haben, dürfen wir nicht vergessen, dass diese letzten Endes nicht organisch und damit für den menschlichen Organismus schwer zu akzeptieren sind. Wenn überhaupt, kann man eher von Toleranz oder Kompensation als von Akzeptanz reden. Eine große Fülle solcher Fremdkörper kann im mittleren oder späten Lebensalter zu Abstoßungen, im schlimmsten Fall zu einem kompletten Versagen führen. Ein Umstand, der in der Reparatur dann um Einiges aufwendiger wird. In der Zahnmedizin ist es so wie in nahezu allen anderen Bereichen auch: Reparatur ist immer aufwendiger als die Prävention.

Wie funktioniert dieser proaktive präventive Ansatz genau?

Basierend auf einer detaillierten Analyse der Lebensgewohnheiten des Patienten, sowie genetischer und epigenetischer Risikofaktoren, wird ein spezielles Protokoll (Total Body Approach Protocol) angefertigt. Ein ausgewogenes Zusammenspiel verschiedener medizinischer Fachbereiche ist dabei sehr wichtig, wobei die Zahnheilkunde ein geeigneter Startpunkt sein kann.

Warum gerade die Zahnheilkunde?

Es ist so, dass sich die Zahnheilkunde mittlerweile zur Mundheilkunde hin entwickelt hat. Anhand der Zusammensetzung des Speichels und des Gewebes ist es heute schon möglich, kleinste Veränderungen im Lebensstil oder der Gesundheit des Körpers festzustellen.

Ist Ihr Zahnarzt mehr an dem WARUM als an dem WIE interessiert?

Wunderbar! Das bedeutet nämlich, dass Sie einen Arzt haben, der Sie ganzheitlich und umfassend betreut. Die Betrachtung des gesamten Körpers ist zeitintensiv und erfordert tiefe medizinische Kenntnisse.

Was können Sie nun tun?

Informieren Sie sich, stellen Sie viele Fragen und suchen Sie sich einen Zahnarzt, der Sie ihn Ihrer ganzheitlichen Gesamtheit betrachtet, nicht nur Ihre Zähne oder Ihr Zahnfleisch. Ärzte, die auf dem neuesten Stand sind, schätzen mündige Patienten auf Augenhöhe. Dies gibt ihnen die Möglichkeit, Ihre Patienten besser kennenzulernen und sie zum Thema Prävention aufzuklären. Das ist es, was Zahnheilkunde heute schon leisten kann und wirklich leisten sollte.

Costin Marinescu
Dr.-medic stom., D.D.S. (USA)

“Weiß pur” – Zahnaufhellung mit upgrade


Die professionelle Zahnaufhellung ist ein erfüllendes und gefragtes zahnärztliches Verfahren, das den Kontrast zwischen Lächeln und den anderen ästhetischen Gesichtszügen verbessern soll. Sie wurde sogar von den alten Ägyptern praktiziert, als ein Weg um durch Ausstrahlung von Gesundheit, Schönheit und Wohlstand den sozialen Umgang positiv zu beeinflussen. Auf den ersten Blick scheint das auch heute noch ein eher aggressives Verfahren zu sein, weil starke Sauerstoff freisetzende Substanzen wie Peroxid zur Anwendung kommen. Viele Patienten sind deswegen besorgt, auch wegen des Gerüchts, das Verfahren sei schmerzhaft. Die Zahnaufhellungssysteme haben sich natürlich in den letzten 15 Jahren durchaus weiterentwickelt und sind heutzutage vollständig sicher. In meiner 16-jährigen Erfahrung mit unterschiedlichen Zahnaufhellungssystemen (Laser, Blaulicht, Bleichschiene, Bleichstreifen…) sowohl in den USA als auch in Deutschland,

…habe ich gemerkt, dass der Schmerz eigentlich kein bedeutendes Thema ist und die Zähne nicht beschädigt werden (ganz im Gegenteil, sie werden gestärkt), wenn einem bestimmten Behandlungsplan strikt gefolgt wird.

Um besser zu verstehen, wie die Zahnaufhellung funktioniert – physisch und emotional – betrachten wir kurz die Zahnverfärbung und die Wahrnehmung von Weiß. Der eigentliche Farbton eines Zahnes wird von der Kombination zwischen Dentinfarbe, Schmelzdurchsichtigkeit und mineralischem Gehalt bestimmt. Dentin is gelblicher, und „strahlt“ durch den eher durchsichtigen Schmelz. Der Schmelz kann die Dentinfarbe mehr oder weniger durchlassen, je nach mineralischem Gehalt und dessen Verteilung. Der Zahn kann an der Oberfläche oder von innen verfärbt sein:

  • Intrinsische Verfärbung (Dentin-Verfärbung) – wie die Tetracyclin Verfärbung oder die Fluorose, die durch chemische/biologische Prozesse im Zahninneren verursacht werden und durch externe Zahnaufhellung nicht entfernt werden können.
  • Extrinsische Verfärbung (Schmelz-Verfärbung) – die durch Kaffee, Wein, Tee, Rauchen etc. verursacht wird und auf den oberflächlichen Schichten des Zahnes entsteht.

Nach der Entfernung der extrinsischen Verfärbung und der Veränderung der optischen Eigenschaften des Schmelzes, ändert sich die Qualität und Quantität des zum Auge zurückreflektierten Lichts. Somit ist die Erscheinung von Weiß verstärkt, denn mehr Licht wird reflektiert bzw. gebrochen (die Lichtwellenlänge übernimmt weniger Phasenänderung durch die Reflexion) – deswegen sieht mattes Weiß „weißer“ als glänzendes aus.

Wie funktioniert die Zahnaufhellung?

Das professionelle Verfahren umfasst starke, auf Peroxid basierende Gels, die nur auf den Schmelz appliziert werden. Sie entfernen durch Sauerstoffzufuhr alle Verfärbungen von der Oberfläche und zerlegen die Farbstoffbindung in große, dunkle Moleküle innerhalb des Schmelzes. Währenddessen werden die oberflächlichen Mineralien auch extrahiert, was dem Zahn eine opakere Erscheinung verleiht. Nach der Aufhellung sind die Zähne anfälliger für Verfärbungen außer mit dem „Pure White protocol“. Dieses Risiko wird durch eine starke und hochwertige Remineralisierung fast komplett ausgeschaltet. Dies basiert auf eine zuerst in Japan an der Showa University in Tokyo begonnene Studie, die herausgefunden hat, dass die Aufhellung in der Praxis bedeutend vorteilhafter für die Zahnsubstanz ist als eine zuhause praktizierte Aufhellung aufgrund eines besseren Remineralisierungsmusters und folglich einer stärkeren Schmelzwiderstandsfähigkeit gegen Mundsäuren.

Was spricht gegen eine Zahnaufhellung?

Karies, Schmelzrisse, ein übermäßiger Biofilm und Zahnstein, Parodontose mit gingivaler Rezession – freiliegende Wurzeloberflächen führen zu einem hohen Schmerzempfinden, wenn sie davor nicht behandelt wurden. Mit anderen Worten, vor jeglicher Zahnaufhellung ist eine gründliche zahnärztliche Kontrolle notwendig. Um optimale Ergebnisse bei minimalem Schmerzempfinden zu erzielen, bedarf das Verfahren und die Sequenzierung der Zahnaufhellung mit anderen zahnärztlichen Verfahren eines individuellen Herangehens.

Bleached teeth - Dark complexion Bleached teeth - Light complexion
Was sind die Vorteile einer Zahnaufhellung?

Der stärkste Effekt ist die Kontrastverstärkung des Lächelns im Verhältnis zu den Gesichtszügen. Je nach Hauttyp, Augenfarbe, dem Weiß der Augen, Lippenform, Haarfarbe kann sich der aufgehellte Zahnfarbton zwischen sehr dominant (bei dunklerem Teint, dunkler Augen- und Haarfarbe) und zart integriert ins Gesicht (bei hellerem Teint, blauen Augen, blonden Haaren) bewegen. Die Zahnaufhellung führt zu einem noch strahlenderen Lächeln und hinterher kann man den Ton mithilfe von „Pure White protocol“ so verändern, dass er der eigenen ästhetischen Vorstellung entspricht. Der emotionale Gewinn ist enorm und die sozialen Vorteile sollten auch nicht vernachlässigt werden.

Zugleich mit der Remineralisierungsbehandlung gewinnen die Zähne eine neue hochwertige mineralische Schicht, die sie besser gegen säurehaltige Getränke oder Essen schützt.

Fazit, die Zahnaufhellung ist ein sicheres und vorteilhaftes Verfahren, aber nur dann wenn es mit speziell für Ihre Bedürfnisse ausgewählten Produkten durchgeführt wird, und der Zahnarzt den dafür geeigneten Behandlungsplan für die Aufhellung, Remineralisierung und Farbtonpflege/Färbung erstellt.

Costin Marinescu
Dr.-medic stom., D.D.S. (USA)